BUNDjugend Thüringen  

Gärten des Grauens

Egal ob im öffentlichen Raum oder im privaten Garten: in Thüringer Städten und Gemeinden werden immer mehr Flächen mit Schotter und Kies bedeckt. Ein Beispiel: Das Universitätsgelände in der Marienstraße 18 in Weimar war bis vor kurzem noch eine grüne Oase – heute ist sie komplett versiegelt.

Die Konsequenzen?

Auf versiegelten Flächen kann kein Regenwasser versickern – wir Menschen greifen hier in den Wasserhaushalt ein! Insekten wie Bienen und Schmetterlinge und in der Folge auch Vögel aber auch kleine Säugetiere wie Igel finden weder Schatten, Nahrung noch Unterkunft. Dabei stellen gerade Städte wichtige Rückzugsräume für Tiere dar!

Unsere Aktiven haben sich in Jenaer Neubaugebieten umgesehen: Von 35 betrachteten Neubauten setzen die Bauherr*innen in 29 von 35 Fällen auf Kies- oder Schottervorgärten. Was viele der frischgebackenen Eigentümerinnen und Eigentümer nicht wissen: Kies- und Schotterflächen sind überhaupt nicht leicht zu pflegen! Nach kurzer Zeit siedeln sich Kräuter im Kiesbett an. Viele greifen dann zu Pflanzengiften, um das spärliche Grün wieder loszuwerden.

Im Vergleich zu schattenspendenden Grünflächen heizen sich Steinflächen im Sommer sehr stark auf. Die Stadt wird dann zur Hitzeinsel mit tropisch heißen Nächten. Darunter leiden insbesondere die jüngsten und die ältesten Anwohner*innen mit einem schwachen Herz-Kreislaufsystem. Wer es sich leisten kann, verschafft sich Abhilfe mit einem Ventilator – der wiederum braucht viel Strom.

Die Lösung!

Wir klären Hauseigentümer*innen über die Nachteile von reinen Kies- und Schottergärten auf. Die Informationen kommen jedoch häufig zu spät an, nämlich dann, wenn die Kiesfläche bereits angelegt und das Geld “in den Sand gesetzt” ist.

Sinnvoller ist es, das Anlegen von Kies- und Schotterflächen von vorne herein zu unterlassen. Hier sind die Städte und Kommunen gefragt:

  • In ihren Begrünungssatzungen können sie regeln, dass Kies und Schotter nicht als Grünfläche oder Gärten durchgehen dürfen.
  • Bei Stadtentwicklungsprojekten kann die Kommune direkt  Stadtgrün fördern. Zum Beispiel, indem bereits versiegelte Flächen wieder geöffnet und begrünt werden.

Die Kommunen müssen darüber hinaus auf den Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften verzichten, dann können Städte und Gemeinden wieder Rückzugsorte für Tiere werden und fördern unsere öffentliche Gesundheit.

Zusammen für Artenvielfalt!

Unterstützt unsere Kampagne und teilt in den Sozialen Medien die Forderung nach: #ArtenschutzStattSchotter!

Foto by BUNDjugend Thüringen

Unsere Pressearbeit zum Thema

202011_Artenvielfalt und Stadtklima fördern