Vom 1. bis 8. August 2025 laden der BUND Thüringen und die BUNDjugend Thüringen junge Menschen zu einem internationalen Work Camp am Grünes Band bei Titschendorf ein. Eine Woche lang arbeiten, lernen und leben junge Freiwillige gemeinsam in einer einzigartigen Landschaft, die zugleich Naturparadies und Erinnerungsort der europäischen Geschichte ist.
… verläuft entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens und bildet heute einen der längsten Biotopverbünde Europas. Über Jahrzehnte war dieser Streifen durch Grenzanlagen abgeschottet – dadurch konnte sich hier eine außergewöhnlich artenreiche Natur entwickeln. Heute verbindet das Grüne Band über 12.500 Kilometer hinweg Naturräume und Länder entlang des früheren „Eisernen Vorhangs“ – vom Norden Europas bis zum Balkan. Es steht damit für den Wandel von einer trennenden Grenze zu einem verbindenden Naturraum.
„Border Separate – Nature Unites“
Das Work Camp ist Teil des internationalen Projekts „Borders Separate – Nature Unites“, in dem sich junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern mit der Geschichte der Grenze, dem Naturschutz am Grünen Band und der Frage beschäftigen, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit für Natur und Gesellschaft funktionieren kann. Nach einem Camp im Sommer 2025 mit Teilnehmenden aus Deutschland, Slowenien und Ungarn am Grünen Band in Südosteuropa findet das nächste Treffen nun in Thüringen statt – und bringt erstmals junge Menschen aus ganz Europa an diesen historischen Ort zusammen.
Praktischer Naturschutz meets Begegnung und Austausch
Im Mittelpunkt der Woche steht praktischer Naturschutz. Rund um Titschendorf liegen wertvolle Bergwiesen, die zu den artenreichsten Lebensräumen der Region gehören. Ohne Pflege würden sie langsam verbuschen und viele spezialisierte Pflanzen und Insekten verschwinden. Deshalb werden die Freiwilligen – nach einer Einführung durch Sensenlehrer Mario Knoll – gemeinsam traditionelle Mahd mit der Sense lernen und mehrere Tage lang Bergwiesen im Pfaffengrund bei Rodacherbrunn mähen. Werkzeug wird gestellt, auch das Dengeln und Schärfen der Sensen wird gezeigt.
Neben der praktischen Arbeit geht es auch um Austausch und Perspektiven: Artenexpert*innen stellen die Tier- und Pflanzenwelt des Grünen Bandes vor, und Gespräche mit regionalen Zeitzeug*innen machen die Geschichte der ehemaligen Grenze greifbar. Gerade für junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern entsteht so ein Raum, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses besonderen Ortes ins Gespräch zu kommen.
Denn das Grüne Band ist mehr als ein Naturschutzprojekt. Es ist ein Symbol dafür, dass aus einer früheren Grenze ein gemeinsamer Lebensraum entstehen kann – und dass Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg möglich ist. Wenn junge Menschen hier zusammenkommen, gemeinsam anpacken und voneinander lernen, wird diese Idee konkret erlebbar.
Auch Besucher*innen aus der Region sind herzlich eingeladen, einzelne Tage im Camp zu verbringen und bei der Mahd mitzuhelfen – viele engagieren sich seit Jahren regelmäßig bei den Pflegeeinsätzen rund um Titschendorf.
„Das Work Camp verbindet damit praktischen Naturschutz, europäische Begegnung und gelebte Erinnerungskultur – mitten in einer Landschaft, die zeigt, wie aus Trennung Verbindung werden kann.“