Wanderung am Grünen Band im Länderdreieck Sachsen-Anhalt, Niedersachsen & Thüringen
Gemeinsam wandern, wo einst die Grenze war
Zwei Tage, drei Bundesländer, ein besonderer Weg: Ende August laden die BUNDjugend Thüringen und die BUNDjugend Sachsen-Anhalt zu einer gemeinsamen Wanderung entlang des Grünen Bandes ein – dort, wo Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen zusammentreffen.
Wir wandern auf dem ehemaligen Kolonnenweg, der einst von DDR-Grenztruppen genutzt wurde und heute ein stiller Zeuge europäischer Geschichte und Hotspot für Artenvielfalt ist. Wir besuchen ein Grenzmuseum, sprechen mit Menschen, die diese Zeit erlebt haben, und erleben hautnah, wie aus einer Grenze ein Naturparadies geworden ist – und ein Ort der Begegnung.
Das Grüne Band im Harz
Das Grüne Band verläuft entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens und ist heute einer der bedeutendsten Biotopverbünde Europas. Über Jahrzehnte war dieser Streifen durch Grenzanlagen und den sogenannten Todesstreifen von der Außenwelt abgeschottet – ungewollt entstand so ein Rückzugsraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Heute ist das Grüne Band auf einer Länge von rund 1.400 Kilometern durch Deutschland ein nationales Naturmonument.
Im Harz trifft das Grüne Band auf eine besonders abwechslungsreiche Landschaft: Moore, Fichtenwälder, Bachläufe und halboffene Wiesen wechseln sich ab. Dieser Abschnitt ist auch deshalb besonders, weil hier drei Bundesländer aufeinandertreffen – der sogenannte Dreiländerstein auf dem Weg zwischen Sorge und Rothehütte markiert den genauen Punkt, an dem Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen gemeinsam eine Grenze haben. Ein stilles Symbol für das Zusammenwachsen, das nach 1990 möglich wurde.
Die Orte Elend und Sorge im Harz tragen ihren Namen übrigens schon seit dem Mittelalter – und auch heute noch wirken sie wie aus der Zeit gefallen: kleine Siedlungen, umgeben von Natur, geprägt von der Geschichte der Teilung und dem langsamen Aufblühen nach der Wende.
Warum als Gruppe wandern?
Das Grüne Band lässt sich auf viele Weisen erkunden – aber zu Fuß, in einer Gruppe, ist es etwas Besonderes. Der Kolonnenweg, auf dem wir wandern, erzählt zu jedem Schritt etwas: von Grenzsoldaten, von Fluchten, von der Stille, die hier trotz allem herrschte. Diese Geschichten werden lebendig, wenn man sie gemeinsam geht, gemeinsam innehält und gemeinsam darüber spricht.
Die Wanderung verbindet außerdem zwei Landesverbände: Teilnehmende aus Thüringen und Sachsen-Anhalt kommen hier zusammen, lernen sich kennen und erleben einen Ort, der für beide Bundesländer Geschichte geschrieben hat. Was an Lagerfeuern erzählt, auf der Strecke beobachtet oder im Grenzmuseum gehört wird – das bleibt anders hängen als jeder Artikel oder Dokumentarfilm.
Und schließlich: Die Natur des Grünen Bandes erschließt sich am besten langsam. Zu Fuß bekommt man eine Chance, Schwarzspecht und Feuersalamander, Trollblume und Heidekraut überhaupt erst zu entdecken – und zu verstehen, warum dieser Ort schützenswert ist.
Programm
Freitag, 29. August 2026
- Ankunft in Elend mit dem Zug gegen Mittag – der Ort ist erreichbar über Magdeburg, Halle und Erfurt (Umstieg in Quedlinburg oder Nordhausen möglich).
- Nach einer Kennenlernrunde und einem Mittagspicknick geht es direkt auf den Weg: Wir wandern ca. 10 Kilometer (rund 2,5 Stunden) entlang des Grünen Bandes nach Sorge.
- Am Nachmittag beziehen wir unsere Unterkunft in der Ferienunterkunft Sorgenfrei und besuchen gemeinsam das dortige Grenzmuseum Sorge, das auf eindrückliche Weise die Geschichte der innerdeutschen Grenze im Harz dokumentiert.
- Den Abend verbringen wir gemeinsam beim Abendbrot und anschließend bei einem Zeitzeug*innengespräch – mit einer Person, die die Teilung und ihre Folgen selbst erlebt hat.
- Übernachtung in Sorge.
Samstag, 30. August 2026
- Nach dem Frühstück in der Unterkunft und mit Verpflegung für den Tag im Rucksack brechen wir zur zweiten Etappe auf. Wir wandern erneut ca. 10 Kilometer (rund 2,5 Stunden) entlang des Grenzweges über den Dreiländerstein (Sachsen-Anhalt / Niedersachsen / Thüringen) nach Rothehütte / Elrich.
- Von dort aus geht es gegen 14:00 Uhr mit dem Zug zurück.
Alle Infos im Überblick
Datum: 29. bis 30. August 2026
Strecke: Elend → Sorge → Dreiländerstein → Rothehütte/Elrich, ca. 20 km gesamt
Zielgruppe: Junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahre aus Thüringen und Sachsen-Anhalt
Anreise: Mit dem Zug nach Elend (über Magdeburg, Halle oder Erfurt/Nordhausen); Abfahrt am 30.08. gegen 14:00 Uhr ab Rothehütte/Elrich
Unterkunft: Ferienunterkunft Sorgenfrei, Sorge
Verpflegung: Vegetarisch/vegan; Mittagspicknick, Abendbrot und Frühstück werden gestellt; Verpflegung für den zweiten Wandertag wird vorbereitet
Kosten: Kostenlos (Unterkunft und Verpflegung inklusive); Anreisekosten werden selbst getragen
Plätze: Nur 15 Plätze – wer zuerst kommt, malt zuerst! Bitte beachtet, dass die gleiche Anzahl an Teilnehmenden aus Sachsen-Anhalt und Thüringen dabei sein soll und die Auswahl nach Anmeldedatum und Wohnort entscheidet.
Anmeldeschluss: 19. August 2026
Anmeldung: Über das Formular auf dieser Seite. Nach der Anmeldung erhaltet ihr noch ausführliche Infos zur Anreise.
Hinweis: Personen unter 18 Jahren benötigen eine Einverständniserklärung ihrer Sorgeberechtigten.
Kontakt für Teilnehmende